3. Im Inneren der Stiftskirche
Wenn Sie die Zeit für die Details erübrigen können, lohnt es sich. Der Rundgang durch das Innere der Kirche beginnt links, in der ersten nördlichen Seitenkapelle, und geht im Uhrzeigersinn weiter. Ohne vorgeben zu wollen, alles zu beschreiben, werde ich auf einige Dinge hinweisen.
Wir bewundern die Skulptur der Heiligen Elisabeth von Thüringen. Sie war mit Herzog Ludwig IV. von Thüringen verheiratet, wurde in jungen Jahren Witwe, baute Krankenhäuser und half den Armen. Auch in den Seitenkapellen begegnen wir der heiligen Maria mit ihrem Kind, der heiligen Otilia, die blind geboren wurde und im Kloster ihr Augenlicht wiedererlangte. In den Buntglasfenstern sind die vier großen Propheten sowie die anderen "kleinen" Propheten dargestellt. Unter der Kanzel liegen die sterblichen Überreste des Reformators J. Brenz (16. Jh.), der die Theorien Martin Luthers vertrat. Er ist der Initiator der neuen "großen Kirchenordnung", die durch die Schaffung kirchlicher Strukturen für Bildung und Lehre, Handwerk, Wirtschaft und Soziales die Grundlagen für die Entwicklung des Staates bis in die heutige Zeit legte. Der Reformator Brenz ist auf einem Ölgemälde dargestellt.
Die Taufkapelle stellt Johannes den Täufer in einer neugotischen Skulptur dar. Die Glasfenster sind in leuchtenden Farben gehalten. Es gibt mehrere Freskendarstellungen von Jesus, Päpsten, Kardinälen, Kaisern, Adligen, Bauern und Heiligen.
Die Kirche ist voll von Steinmetzarbeiten, die den Weihnachtszyklus darstellen. Links, hinter der Kanzel, sind die Verkündigung der Geburt Jesu und die Begegnung der beiden schwangeren Frauen Maria, der Mutter Jesu, und Elisabeth, der Mutter Johannes des Täufers, dargestellt. Rechts am Südturm sind die Geburt Jesu und die Beschneidung Jesu dargestellt.
Chor ist ebenfalls beeindruckend. Beim Wiederaufbau der Kirche wurde sie gewölbt, es wurden Glasfenster gemalt und Moses und Eremia sowie die vier evangelischen Symbole dargestellt: der Stier, der Engel, der Adler und der Löwe.
An der Nordwand befinden sich die Skulpturen mehrerer Herzöge, beginnend mit Ulrich I. dem Stifter (13. Jh.). Links vom Altar befindet sich das Werk "Der Bettler".
Im Choraltar finden wir das Bronzekreuz. Auf der rechten Seite des Chores sind mehrere große, quadratische und eindrucksvolle romanische Grabmäler aufgereiht. Sie gehören Herzögen und Herzoginnen, das mit der Landesfahne ist das von Friedrich vom Württemberg (16. Jahrhundert).
Stifterkapelle befindet sich am Fuße des Südturms. In dieser Kapelle befinden sich Grabsteine und einige Denkmäler aus der Zeit der Renaissance. Das Grabmal von Dekan Hartsesser (16. Jahrhundert) ist aus rotem Marmor.
Geistliches Zentrum der Kirche wird gebildet durch die Einheit von Altar - Kanzel - Engel der Gerechtigkeit - großes Kruzifix. Die Gottesdienste finden in diesem Bereich statt.
Die südliche Seitenkapelle im Westturm ist ein Ort des Gebets. Das "Große Fenster der Hoffnung" vereint mehrere Symbole des Glaubens: einen Baum, der aus einem Samen wächst, oder die Figur einer Mutter. Hier befinden sich auch mehrere Gräber.
Hauptorgan der Stiftskirche ist zweifelsohne das Herzstück der Kirche.
Die himmlischen Klänge, die sie ausstrahlt, sind sowohl auf die Zusammenarbeit zwischen dem Orgelspezialisten, dem Architekten und dem Erbauer als auch auf das Talent des Orgelspielers zurückzuführen. Er war es, der am Vorabend, als ich das Kirchenrad drehte, in der Kirche spielte oder übte, und die Klänge seiner Arbeit und der Orgeln hallten so angenehm und warm außerhalb der Kirche wider.
Die Orgel ist "zur Ehre Gottes und zur Erquickung des Geistes" gedacht, sagte der berühmte J. S. Bach.