2. Durch die alpine Wüste des Shira-Plateaus zum Lava Tower
8:00
Wir brechen auf. Heute haben wir eine 10 km lange Fahrt zum Baranco Camp in 6 Stunden vor uns, das etwa auf der gleichen Höhe wie unser Ausgangspunkt liegt. Nach 7 km und 4 Stunden machen wir eine Mittagspause am Lava Tower, wo wir die maximale Höhe der Tagesroute erreichen - 4.600 Meter. Ein wichtiger Akklimatisierungstag mit mittlerem Schwierigkeitsgrad, eigentlich hätte ich leicht geschrieben, wäre da nicht der Aufstieg zum Lava Tower.
Wir werden eine weitere klimatische Etappe erleben, wenn wir das Moorland verlassen und in die alpine Wüste eintreten. Wer und was überlebt hier? Zunächst durchqueren wir ein offenes Gebiet, in dem die UV-Strahlen der Sonne für ungeschützte oder unbedeckte Haut gefährlich sein können. Cremes mit Faktor 50+ und Sonnenbrillen mit hohem UV-Schutz werden empfohlen. Es kann tagsüber heiß und nachts kühl sein. Niederschlag gibt es so gut wie nicht. Dendrosenecio kilimanjari (Groundsel tree), ein spektakulärer Endemit, hat sich an diese Bedingungen angepasst. Die alpine Wüste ist mit Vulkangestein in verschiedenen Formen und Größen übersät. Als wir uns dem Hauptkegel des Kibo-Vulkans in über 5.000 Metern Höhe nähern, können wir schon von weitem die Gletscher sehen, die den steilen Kraterrand hinabstürzen. Die Landschaft ist karg. Wir atmen viel Staub ein, vulkanische Asche, aufgewirbelt von den Schritten der Passanten.
8.30 Uhr
Wir klettern ostwärts durch das Shira-Plateau und stoßen auf immer mehr Zeugnisse des prähistorischen Ausbruchs des Shira-Vulkans. Den ganzen Tag über haben wir im Hintergrund den hohen Vulkankegel des Kilimandscharo, genauer gesagt den Kibo-Vulkan. Wir sehen immer noch Gräser und kleine Pflanzen.