Über den St.-Veits-Dom
Die Kathedrale mit dem Namen St. Veit ist auf Tschechisch als metropolitní katedrála svatého Víta, Václava a Vojtěcha bekannt, was so viel bedeutet wie Metropolitankathedrale der Heiligen Veit, Wenzel und Adalbert. Sie ist eine römisch-katholische erzbischöfliche Kathedrale und die größte und bedeutendste Kirche in der Tschechischen Republik. Bis 1997 war die Kathedrale ausschließlich dem Heiligen Veit gewidmet, daher der kurze Name Veitsdom. Der Veitsdom ist auch eine bedeutende königliche und kaiserliche Nekropole, in der Kaiser Karl IV. und der böhmische Herzog Wenzel I. (Vaclav) begraben sind.
Der im gotischen Baustil errichtete Bau wurde 1344 auf Initiative von Kaiser Karl IV. an der Stelle einer romanischen Basilika begonnen, deren Mauern teilweise in das neue Gebäude integriert wurden. Die Architekten waren Peter Parler, Matthäus von Arras, Josef Mocker, Kamil Helbert, Josef Kranner, Johann Parler, Wenzel Parler. Die Maße des heutigen Doms sind: Grundfläche 124 x 60 Quadratmeter, Hauptturm 96,5 Meter hoch, Vordertürme 82 Meter hoch, Gewölbe 33,2 Meter hoch. Der Stifter ist Wenzel I. Die Kirche wurde 1929 eingeweiht und ist dem heiligen Veit geweiht.
In der Kathedrale befindet sich die St. Wenzelskapelle, in der die Reliquien des Heiligen aufbewahrt werden. Der Raum wurde zwischen 1344 und 1364 von Peter Parler erbaut und hat ein Kreuzrippengewölbe. Der untere Teil der Wände ist mit mehr als 1300 Halbedelsteinen und Gemälden der Passion Christi verziert, die von der ursprünglichen Dekoration der Kapelle aus den Jahren 1372-1373 stammen. Der obere Teil der Wände enthält Gemälde, die vom Leben des Heiligen Wenzel inspiriert sind. In der Mitte steht eine gotische Statue des Heiligen Wenzel. Die Kapelle ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, aber ihr Inneres kann durch die offene Tür besichtigt werden. Eine kleine Tür mit sieben Schlössern in der Südwestecke der Kapelle führt in die Kronenkammer, in der die böhmischen Kronjuwelen aufbewahrt werden, die nur alle acht Jahre der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zu den wertvollsten Stücken gehören die Wenzelskrone und das Krönungskreuz. Rechts vom Südportal der Kathedrale befindet sich die Statue des Heiligen Georg, die 1373 von den Bildhauern Martin und Georg aus Klausenburg im Auftrag von Kaiser Karl IV. geschaffen wurde.